Montag, 21 August 2017 20:16

Jetzt beginnt das große Aufräumen

Die Busse der Firma Hebbel sind um 19.45 Uhr mit leichter Verspätung von unserem Zeltplatz in der Provence abgefahren. Es hat mal wieder etwas länger gedauert, weil ein gutes Dutzend der von der provencalische Sonne gemarterten Teilnehmer nicht mehr wußten, wo sie ihr Handgepäck deponiert hatten.

Wir sammeln jetzt alles ein, was die Kinder liegengelassen haben. Rucksäcke mit Inhalt werden nach Leverkusen verbracht. Diese können dann am Freitag ab 18.00 Uhr in den Räumlichkeiten der Jugendförderung Leverkusen abgeholt werden. Sechsunddreißig Caps und noch mehr Schuhe, Handtücher, T-Shirts und andere Kleidungsstücke schicken wir von hier aus nach Afrika. Das ist soviel, dass wir den Kram unmöglich nach Leverkusen mitbringen können. Wir veranstalten Jugenderholungsmaßnahmen und sind kein Umzugsunternehmen.

Das Einsteigen der Kinder war teilweise wieder herzzerreißend. Wie bei der kleinen Marie kullerten bei vielen die Tränchen. Gerne wären diese Kinder noch ein wenig länger geblieben - aber irgendwann ist mal das Ende da.

Wir möchten selbstverständlich im nächsten Jahr wieder eine Jugendfreizeit auf unserem Zeltplatz an der Ardeche anbieten. Wie sie wissen, wird am 13. September in NIMES, der Hauptstadt des Departements Gard, vor dem "Gericht der großen Instanzen" verhandelt, wie es mit unserem Sommerzeltlager weitergeht. Die Gemeinde St. Julien de Peyrolas behauptet, wir hätten auf unserem Gelände "Gebäude" ohne entsprechende Genehmigung errichtet, wir würden unsere Abwässer in einen Bach leiten und eine Genehmigung, einen Campingplatz zu betreiben, würde ebenfalls nicht vorliegen. Es stehen noch weitere Kleinigkeiten in der 47seitigen Klageschrift...

Wir wissen nicht, wie das Gericht entscheiden wird. Wir wissen aber, dass wir uns fast zerrissen haben, Beweise gegen die Anschuldigungen vorzubringen. Kiloweise Papier haben wir mit vielen kleinen Buchstaben beschrieben und in die Welt geschickt. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Staatspräsident Macron, die Industrie- und Handelskammer, die DFG, politische Parteien und viele andere Institutionen haben wir um Hilfe gebeten. Unsere Rechtsanwältin in ALES wurde mit Mails und Papier bombadiert. Die Medien haben uns geholfen, unsere Geschichte weiter publik zu machen. Positiven Zuspruch haben wir von ganz vielen Seiten bekommen, einige Nachbarn aus St. Julien de Peyrolas erklärten sich solidarisch mit uns.

Aber jetzt brauchen wir Geld, um die erheblichen Kosten, die uns wegen der Klage sehr belasten, begleichen zu können. Wie sie wissen, stecken wir unser Geld normalerweise nicht in Rechtsanwälte, Gutachter und Diplomübersetzer, sondern die ganze Kohle geht dahin, wo sie wichtig ist - in die Ferienfreizeit! Helfen sie uns, damit in Zukunft noch viele Kinder und Jugendliche einen bezahlbaren Abenteuerurlaub in der Provence im Zeltlager St. Antonius erleben können.

 

   
© Jugendförderung St.Antonius Leverkusen e.V .